Lieder meines Lebens – Folge 1

1 – Stell Dir vor (Imagine – John Lennon 1971)

Für mich die wunderbare Reflektion einer Utopie: einer friedlichen Welt ohne Gewalt, Gier und Hunger. Der Song war die erfolgreichste Single seiner Solokarriere. Und packt mich immer wieder.

2 – Himmel (Heaven – Talking Heads)

1979 veröffentlichten die Talking Heads auf dem Album „Fear of Music“ ihre Reflektion über das Konstrukt „Himmel“: Ist die ewige Wiederholung des maximalen Genusses wirklich der Gipfel der Sehnsucht? Ich kann ihnen da sehr gut folgen.

3 – Engel? (nach: Angels – Robbie Williams 1997)

Hier muss ich Herrn Williams doch widersprechen: Die Hinwendung zu imaginären Wesen, wenn es mal in der realen Welt nicht so klappt, ist meines Erachtens einer kindlich-naiven Religiosität zuzuordnen. Die Sinnhaftigkeit dessen erschließt sich mir nicht. Ich habe also versucht, eine mehr diesseitige Orientierung zu formulieren. (Aber der Song ist wunderschön.)

4 – Man in Black (Johnny Cash 1971)

Ein Mann erklärt sich. Wenn ich auch nicht in allen Punkten seiner Meinung bin, ist mir doch die Tendenz recht sympathisch – ein Zeichen setzen gegen untragbare Zustände.

5 – Das Schiff läuft ein (When the Ship Comes In – Bob Dylan 1964)

Zu diesem Song aus der Anfangszeit seiner Karriere stieß ich über den Text, und die Wucht dieses Bildes inspirierte mich sofort.
Wäre das nicht wunderschön, wenn sowas mal passieren würde?

6 – Ich bin wie du (BG 2016)

Das Thema Krieg, Flucht, Vertreibung packt mich immer wieder. Ich versuche dann, die Aspekte, die meines Erachtens in der Diskussion zu wenig oder zu selten vorkommen, ins Licht zu rücken. Außerdem wollte ich endlich mal einen Schlager schreiben – so doof und doch so treffend wie möglich.

7 – Jason ist tot (BG 2021)

Mein Beitrag zur Covid-Pandemie 20/21. Der Song basiert auf einer wahren Geschichte und wurde inspiriert durch ein Lied von David Rovics.

8 – Leningrad (Billy Joel 1989)

Der Song basiert auf einer tatsächlichen Begegnung Joels mit dem russischen Clown Victor Razinov, den er bei seinen Konzerten in Russland getroffen hatte. Er beschreibt in dem Song sehr pointiert die Fixpunkte in Victors und in seinem eigenen Leben. Das Motiv der orchestralen Coda ist angelehnt an ein Motiv aus einem Violinkonzert Tchaikowskis.

9 – Junimond (Rio Reiser 1986)

Zur Abwechslung mal was romantischeres – eine Ballade von Rio, von überwundenem Liebeskummer – nicht seines eigenen, sondern den seines Bandkollegen Martin Hartmann nach der Trennung von Claudia Roth.

10 – Flüchtling (BG)

Mein Beitrag zur Flüchtlingsfrage: Angewidert von den medial gern verbreiteten Hasstiraden gegen Flüchtlinge aus der rechten Ecke versuchte ich, einen anderen Aspekt in den Fokus zu rücken – wie verhält man sich angesichts unserer Überflussgesellschaft gegenüber denen, die gar nichts mehr haben?

11 – Gau-Land (BG 2017)

Eine Reflektion über ein Zitat von Herrn Gauland während der Bundestagswahl 2017, bei der die AfD in den Bundestag einziehen konnte.

12 – Wirtschaftsflüchtling (BG )

Der Versuch, eine der absurden Regelungen in unseren Asylgesetzen zu verdeutlichen.

13 – Meine Heimatstadt (nach: My Hometown – Bruce Springsteen 1985)

Eine vollständige Übertragung des Songs ins Deutsche ist nicht ratsam – die zweite Strophe handelt von Rassenunruhen, und die hatten wir hier nicht so. Daher habe ich in der zweiten Strophe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Krise thematisiert.

14 – Ode an die Gemeinschaft (nach: The Mighty Quinn – Bob Dylan 1968)

Nun – dem wenig zugänglichen Text von Dylan habe ich ein wenig Lebenshilfe entgegen gesetzt.

15 – Der Mann mit dem Strohhut (BG 2021)

Was eine trockene Bemerkung einer Bekannten in meinem Kopf auslösen kann, sieht man hier. Keinesfalls autobiographisch zu verstehen.

16 – Autobahn (Highway 61 Revisited – Bob Dylan 1965)

Ein Song, dessen lakonischer, treffsicherer Stil die Meisterschaft Dylans im Geschichten erzählen voraussahnen ließ. Er stammt aus der Zeit, in der Dylan vom akustischen Folksong zur elektrischen Rockmusik überging, ein Akt, der ihm auch viel Kritik einbrachte. Ein meisterliches Bouquet aus fünf Bildern aus dem prallen Leben.

17- The Man Comes Around (Johnny Cash 2002)

Das Lied wurde von dem amerikanischen Online-Musikmagazin Pitchfork auf Platz 296 der besten Lieder der 2000er Jahre gelistet. Immerhin. Eine düstere Collage von apokalyptischen Bildern und Zitaten, hauptsächlich aus der Offenbarung des Johannes. Für mich ein beeindruckendes Spätwerk, das letzte Lied, das er geschrieben hat.


gespielt am 07.03.2025 im
Karl-Wulff-Saal
beim Blindenhilfswerk Berlin

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